Berlin (stm) – Heute vor 85 Jahren erfand der Radioreporter Heinz-Georg Musch ein Wort, das wir heute tagtäglich hören, sehen und lesen und in das wir auch immer wieder selbst geraten.
Heinz-Georg Musch war einer der ersten Verkehrsreporter beim damaligen Reichssender Berlin. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, die Berliner Bevölkerung über das Radio vor stockendem Verkehr, langen Autoschlangen und anderen Verkehrshindernissen zu informieren und ggf. zu warnen.
An diesem Tag vor 85 Jahren berichtete Musch wieder einmal von einer fast einen Kilometer langen Autoschlange am Leipziger Platz in Berlin. In seiner Live-Reportage für den Reichssender Berlin berichtete er über „Hunderte stehende Autos“. Da die Autoschlange sich jedoch auch durch das Eingreifen der Verkehrspolizei nicht aufzulösen schien, wurde vom Sender mehrfach live zu Musch geschaltet, der jedoch nichts Neues zu berichten wusste. Irgendwann war er des Ausdrucks der „Stehenden Autos“ überdrüssig, so dass er die stehend Kolonne Autos schließlich einfach als „StAu“ (ein Kunstwort aus „Stehende“ und „Autos“) bezeichnete. Das Wort „Stau“ war geboren!
In seiner 1998 erschienenen Autobiographie „Ich habe den StAu erfunden“ erklärt Heinz-Georg Musch seine Erfindung folgendermaßen: „Ich musste fünf Stunden lang immer wieder von ‚Stehenden Autos‘ berichten. Das war mir irgendwann zu lang, zu dumm und zu anstrengend, deswegen habe ich stattdessen einfach ‚StAu‘ gesagt. Irgendwie ist das Wort dann hängen geblieben und andere haben angefangen, es zu benutzen. Ich konnte ja damals nicht ahnen, dass das einmal zu einem feststehenden Begriff werden würde!“
Bildnachweis: Bild KI-Generiert (ChatGPT)
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